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Warum ein Liter nicht immer ein Liter ist

Eine der häufigsten Fragen, die uns im Zusammenhang mit der Auslegung von Messgeräten gestellt wird, ist: "Was ist der Unterschied zwischen einem Standardliter, einem Normliter und einem Betriebsliter?" Bereits die Tatsache, dass ein Liter nicht immer ein Liter ist, sorgt oftmals für Verwirrungen. Dieses Rätsel wollen wir heute lüften.

Masseneinheiten vs. Volumeneinheiten

Anders als bei massebezogenen Einheiten, wie dem Gramm, ist die Volumeneinheit immer abhängig von den Umgebungsbedingungen. Folgendes ist bestimmt jedem schon einmal passiert: Man sitzt im Flugzeug und möchte einen Kaffee trinken. Der Flugbegleiter bringt Ihnen Kaffee und Kaffeesahne. Man öffnet die Packung und was passiert? Mit großer Wahrscheinlichkeit ergießt sich ein Teil der Milch über die Kleidung.

Die Milch wird am Boden portioniert und verschlossen. Beim Abfüllen auf Meeresniveau lastet also ein Luftdruck von rund 1013,25 mBar auf der Milchpackung. Im Flugzeug auf Reiseflughöhe ist der Luftdruck deutlich geringer. Öffnet man nun die Milchpackung, dehnt sich die eingeschlossene Luft sofort aus. Leider reißt sie dabei auch einige Milchtropfen mit, die schließlich auf der Hose landen.

Aber warum das? Das Volumen der Milchdose hat sich nicht geändert. Der Umgebungsdruck ist aber sehr viel kleiner geworden, so dass die einzelnen Moleküle viel mehr Platz haben und diesen auch nutzen wollen.

Auf welchen Standard beziehen wir uns?

Gehen wir zurück auf den Boden und widmen uns wieder der Messtechnik


Standard Liter vs. Normal Liter vs. Actual LiterNorm- vs. Standard- vs. Betriebsliter


Wenn wir in einem Zylinder einen Liter Luft bei 0°C und einem Umgebungsdruck von 1013,25 mBar einschließen, bezeichnet man dies in der Messtechnik als „Normliter“. Wird die Temperatur im Zylinder auf 20°C erhöht, so wird sich das Gas ausdehnen. Die Moleküle benötigen mehr Platz - ziemlich genau 7,3% mehr. Dies nennt man einen „Standardliter“. Jedoch ist die Bezeichnung irreführend, denn jeder Industriezweig legt seinen eigenen Standard fest. In Europa ist die Referenztemperatur von 20°C weit verbreitet, in den USA im Industriebereich 70°F, also 21,1°C. Die NASA arbeitet mit einem Standard von 60°F, also 15,6 °C und in China sind 15°C verbreitet. Wichtig ist also immer zu wissen, mit welchem Standard habe ich es hier zu tun?

Im Betrieb weichen die Temperatur und/oder der Druck häufig vom Standard ab, Wir sprechen dann von „Betriebslitern“. Ein Betriebsliter kann das Volumen des Gases bei 60°C sein oder auch die Messung auf dem Gipfel eines Berges.

Die Experten von Brooks Instrument werden daher zur Auslegung eines Messgerätes immer gemeinsam mit Ihnen festlegen, wie ihr Standard definiert ist. So können Sie sich sicher sein, dass Sie die optimale Lösung für Ihre Anwendung erhalten. 

Saskia Hantsche
Spezialist für Geschäftsentwicklung

Saskia ist die Spezialistin für Geschäftsentwicklung in Deutschland. Sie unterstützt auch die Geschäftsentwicklung von Biotech-Unternehmen in Europa. Saskia hat einen Master of Science-Abschluss in Biotechnologie.

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